Kennen Sie die Situation?
Sie treffen jemanden, versuchen freundlich zu sein, einen guten Eindruck zu machen, aber alles läuft schief.Es kommt zu unangenehmen Pausen. Sie suchen krampfhaft nach einem Gesprächsstoff.
Plötzlich platzen Sie beide gleichzeitig mit etwas los und halten abrupt wieder inne. Sie wollen etwas interessantes sagen, aber der andere unterbricht Sie. Er fängt an irgendetwas zu erzählen und kommt irgendwie nicht auf den Punkt. Sie versuchen die Stimmung aufzulockern un d der andere macht ein Gesicht, als ob Sie ihn in den Magen geboxt haben. Er sagt etwas, das offenbar witzig sein soll, aber eher grob als witzig ist.
Was immer Sie auch versuchen, um die Situation zu verbessern - es macht alles nur noch schlimmer.
(Deborah Tannen)
Es geht eigentlich um Metamitteilungen, die wir als Signale ausenden und um unsere Gesprächsfenster in denen wir unsere Gedanken (Muster) zu diesem Gespräch haben. Sind sie nicht in der überzahl identisch mit denen unseres Gesprächspartners, kommen diese anders an, als sie diese gesagt haben. Der brühmte Spruch: "Das habe ich aber so nicht gesagt", signalisiert Ihnen, dass sie nicht verstanden wurden.
Eine freudiger Blick auf eine schöne aufreizende Frau, kann zur sexuellen Belästigung werden. Sehen sie weg, dann müssen sie sich gefallen lassen irendwann als aroganter Affe bezeichnet zu werden.
Unsere Gesellschaft schlittert immer tiefer in den Kommunikationsdefekt und derartige Situationen werden nicht behandelt sondern radikal bekämpft. Sind wir auf der tiefsten Ebene der Komunikation angelangt - der Zwangskommunikation - dann sind Gesellschaft und Familie längst begraben.
Dieser Block dient sicherlich nicht dazu, das Übel zu beseitigen oder zurechtzurücken. Einen schuldigen Gesprächspartner gibt es nicht. Denn die Wurzeln liegen schon in unserer frühen Kindheit, in einer Umwelt die vom Staat konstruiert ist und nur so eine Entwicklung zulässt, die es noch vor hundert Jahren in dieser Form nicht gab.
Sie wachsen nicht mehr in der Großfamilie auf, ihr häufigster und manchmal auch einzigster Gesprächspartner ist Ihre Mutter, denn einen Kindergarten haben sie nicht besucht, in der Pubertät entsteht die erste Kommunikationsentäuschung, die sich immer wieder aufs neue bestätigt. Sie beginnen im Unterbewußtsein zu erkennen: zwischen Mann und Frau gibt es nicht wirklich Kommunikation und die Ehe und Freundschaft wird zur Zweckgemeinschaft. Ist der Zweck erfüllt, scheitert auch der letzte Versuch sich noch irgendetwas zu sagen.
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